02.07.2021

Ministerpräsident überreicht Verdienstorden des Freistaates Sachsen

Männer und Frauen sitzen in einem kleinen Saal.
Die feierliche Verleihung fand im »DenkRaum Sophienkirche« in Dresden statt. 
© Pawel Sosnwoski

Kretschmer würdigt Einsatz für Freistaat, friedliches Zusammenleben und Mitmenschlichkeit

Ministerpräsident Michael Kretschmer überreichte den Verdienstorden des Freistaates Sachsen an den früheren Landeskonservator Prof. Dr. Gerhard Glaser und den Theologen und früheren Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider, der in den 1980er Jahren Initiator der Friedensaktion »Schwerter zu Pflugscharen« war.

Bei der feierlichen Verleihung im »DenkRaum Sophienkirche« in Dresden hob Ministerpräsident Michael Kretschmer die »herausragenden Verdienste der beiden Persönlichkeiten für den Freistaat, für das friedliche Zusammenleben und Mitmenschlichkeit« hervor.

Beim Sächsischen Verdienstorden handelt es sich um die höchste staatliche Auszeichnung Sachsens. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Freistaat in- und ausländische Persönlichkeiten, die sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Bereich zum Wohle Sachsens und der hier lebenden Menschen besonders verdient  gemacht haben.

Gerhard Glaser

Zwei Männer stehen vor einer Fahnengalerie. Einer von ihnen hält einen Orden in der Hand.
Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht den Sächsischen Verdienstorden an Prof. Dr. Gerhard Glaser.  © Pawel Sosnowski

Der Architekt und Denkmalpfleger Prof. Dr. Gerhard Glaser (84) hat sich mit großer Leidenschaft, Sachkunde und Beharrlichkeit für den Erhalt, die Pflege und den Wiederaufbau wichtiger Kulturgüter im Freistaat eingesetzt – unter anderem als langjähriger sächsischer Landeskonservator.

Hervorzuheben ist zugleich sein herausragender ehrenamtlicher Einsatz insbesondere für die Bürgerstiftung Dresden und den Aufbau des »DenkRaums Sophienkirche« (Busmannkapelle). Die Sophienkirche war 1945 schwer beschädigt worden, 1962/63 wurden die Reste abgetragen. Damalige Bemühungen um den Erhalt der wiederaufbaufähigen Ruine waren vergeblich.

Seit 1989 engagierten sich Bürgerinnen und Bürger für eine Erinnerungsstätte an diesem Ort. Glaser übernahm als bauverantwortlicher Denkmalexperte ehrenamtlich die Bauleitung, warb Spendengelder ein und gewann mit seiner Überzeugungskraft zahlreiche weitere Mitstreiter. Auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung brachte er sich ein – gemeinsam mit dem Theologen Bretschneider.

Harald Bretschneider

Zwei Männer stehen vor einer Fahnengalerie. Ein Mann hält eine Urkunde und einen Orden in der Hand.
Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht den Sächsischen Verdienstorden an Harald Bretschneider.   © Pawel Sosnowski

Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider (78) war zu DDR-Zeiten als evangelisch-lutherischer Landesjugendpfarrer Sachsens besonders aktiv in der Friedens-, Umwelt und Menschenrechtsbewegung. Bekannt wurde er auch als Initiator der im Herbst 1980 entwickelten Jugend-Aktionen »Schwerter zu Pflugscharen« und »Frieden schaffen ohne Waffen« sowie der ersten Friedensdekade der DDR. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven kirchlichen Dienst engagiert er sich weiterhin in der Friedensarbeit und als wichtiger Zeitzeuge der Friedlichen Revolution.

Seit ihrer Gründung engagiert er sich für die Bürgerstiftung Dresden und übernahm zudem 2019 den Vorsitz der Gesellschaft zur Förderung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche e.V.. Zu einem ganz besonderen ehrenamtlichen Projekt ist für ihn der Aufbau des »DenkRaums Sophienkirche« am ehemaligen Standort der Busmannkapelle geworden.

Er soll nach Bretschneiders Überzeugung ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung mit der Geschichte sein und zugleich dem generationsübergreifenden Austausch und der Versöhnung dienen. Er gehört als fünftes Nagelkreuzzentrum in Dresden zur weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft und steht beispielhaft für die Tatkraft und außergewöhnliche Lebensleistung von Harald Bretschneider.

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