12.01.2026

Sachsen und Sardinien bündeln Kräfte für Europas Spitzenforschung

EIn Mann und zweii Frauen sitzen nebenainander an einem Konferenztisch.
Sachsen Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow, Italiens Forschungsministerin Anna Maria Bernini und die Präsidentin von Sardinien Alessandra Todde nehmen an einer Unterzeichnung einer Absichtserklärung teil. 
© dpa-Zentralbild

Der Freistaat Sachsen und die Region Sardinien in Italien haben sich auf eine enge Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie verständigt. In Anwesenheit von Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow hat die Präsidentin der unabhängigen Region Sardinien, Alessandra Todde, am Abend in Rom eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Per Video zugeschaltet war der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der die Vereinbarung bereits zuvor unterschrieben hatte.

Kretschmer betont: »Sachsen denkt Forschung in europäischen Dimensionen. Projekte wie das Einstein-Teleskop verbindet regionale Stärke mit globaler Perspektive. So entsteht Wissen, das weit über den Moment hinauswirkt – und ein Wissenschaftsstandort, der Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Das Einstein-Teleskop steht exemplarisch für die Stärke Europas, große wissenschaftliche Visionen gemeinsam zu verfolgen. Die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Sardinien vernetzt exzellente Forschung, technologische Innovationskraft und europäische Solidarität. Wenn wir unsere Kompetenzen bündeln, schaffen wir nicht nur neue Erkenntnisse über das Universum, sondern stärken auch Europas Rolle als weltweit führender Wissenschaftsstandort.«

Sachsen denkt Forschung in europäischen Dimensionen

Drei Standorte werden untersucht

Derzeit werden drei potenziell geeignete Standorte für das unterirdische Einstein-Teleskop in Europa auf Basis wissenschaftlicher Kriterien untersucht:

  • die sächsische Lausitz,
  • die Region Sardinien sowie
  • die EMR-Region (Euregio Maas-Rhein) im Dreiländereck von Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Ziel ist es, die geologisch und bautechnisch am besten geeignete Formation für das Einstein-Teleskop zu identifizieren. Dabei wird auch geprüft, ob eine Kombination aus zwei Standorten technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine zwischen Sachsen und Sardinien geteilte Forschungsinfrastruktur könnte einen zusätzlichen wissenschaftlichen Mehrwert für Europa schaffen.

Sachsen und Sardinien eint das Interesse an einer erfolgreichen Umsetzung dieses europäischen Großprojekts. Beide Seiten wollen sich deshalb gegenseitig bei der Bewerbung und Realisierung des Vorhabens unterstützen. Angedacht ist unter anderem der Aufbau eines gemeinsamen wissenschaftlichen Konsortiums.

Ein völlig neuer Blick auf das Universum

Eine Zeichnung zeigt ein unterirdisches Teleskop mit drei Seiten.
Eine Modellzeichnung des geplanten Einstein-Teleskops. Vorgesehen ist ein unterirdischer Bau in 200 bis 300 Metern Tiefe. Die hier gezeigte Variante besteht aus drei jeweils 10 Kilometer langen Armen in Dreiecksform. Alternativ ist auch ein Aufbau an zwei Standorten in L-Form möglich.  © dpa-Zentralbild

Das Einstein-Teleskop soll einen völlig neuen Blick auf das Universum eröffnen. Als Gravitationswellen-Observatorium der nächsten Generation macht es kosmische Ereignisse messbar, die bislang außerhalb unserer Reichweite lagen.

Um diese extrem feinen Signale aus dem All störungsfrei zu erfassen, wird die Anlage tief unter der Erde gebaut – abgeschirmt von Erschütterungen und Umgebungsgeräuschen.

Die gewonnenen Daten versprechen wissenschaftliche Durchbrüche. Sie könnten unser Verständnis von der Entstehung, Struktur und Entwicklung des Universums grundlegend verändern.

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