09.11.2018

Erinnerung an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht

Kretschmer besucht Gedenkveranstaltungen

Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte anlässlich der Erinnerung an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht Gedenkveranstaltungen in Leipzig, Chemnitz und im Vogtlandkreis.

Gedenkveranstaltung in Leipzig

Ein Mann und eine alte Dame geben sich die Hand.
Ministerpräsident Kretschmer begrüßt Zeitzeugin Eva Wechsberg. Sie schilderte, was ihr vor 80 Jahren in der Gohliser Straße widerfuhr.  © Sächsische Staatskanzlei

Auf der Gedenkveranstaltung in Leipzig hiellt Kretschmer eine Rede und legte am Mahnmal in der Gottschedstraße einen Kranz nieder. Hier erinnerten rund 100 Bürger an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors.

Kretschmer mahnte in seiner Rede in Leipzig: »Wir dürfen das Gedenken nicht »verlernen«, sondern müssen es ― auch als Mahnung ― weitergeben an die Generationen nach uns. Unsere Nachkommen werden in naher Zukunft nicht mehr von Zeitzeugen hören können, was in deutschem Namen für unfassbare Verbrechen begangen wurden.«

Gedenkveranstaltung in Chemnitz

Männe rund Frauen stehen neben einer Stele, vor der Blumenkränze liegen.
Mehrere hundert Menschen waren zur Veranstaltung an der Stele gekommen, die an der Stelle steht, an der am 9. November 1938 die Synagoge niedergebrannt wurde.  © Sächsische Staatskanzlei

Auch auf der Gedenkveranstaltung in Chemnitz hielt der Ministerpräsident eine Rede und legte an der Stele am Stephansplatz einen Kranz nieder. 

»Es ist gut und es ist wichtig, dass wir uns heute hier versammelt haben zum Gedenken an einen der dunkelsten Tage in der deutschen Geschichte. Kaum ein Datum in der jüngeren deutschen Geschichte ist so ambivalent wie der 9. November: Es ist der Tag des gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsches 1923,
aber auch der Novemberrevolution 1918 und der Tag des Mauerfalls 1989«, sagte Kretschmer. 

 

Gedenkveranstaltung im Vogtland

Ein Mann kniet vor einem Denkmal und richtet einen Kranz.
Nach der Enthüllung der Skulptur legte Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Kranz nieder. Die Gedenkstele soll an die vor 80 Jahren niedergebrannte Plauener Synagoge erinnern.  © Sächsische Staatskanzlei

Auf der Gedenkveranstaltung des Vogtlandkreises weihte Kretschmer nach einer Rede gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Ralf Oberdorfer, und dem Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, eine Gedenkstele ein. Mit der Stele soll im heutigen Landratsamt des Vogtlandkreises, dem ehemaligen Kaufhaus Tietz, an die jüdischen Mitbürger erinnert werden.

Die Erinnerungsstele zeigt nicht nur die Bauhaus-Synagoge im Modell, sondern greift auch die Verfolgung jüdischer Mitbürger durch die Nazis auf. Unter den Opfern sind ehemalige Mitarbeiter des Kaufhauses Tietz in Plauen, die mit den Namenstafeln aus der Anonymität geholt werden. Aus Erinnern wird erst dann Gedenken, wenn die menschlichen Schicksale in den Mittelpunkt rücken«, sagte Kretschmer in seiner Rede in Plauen.

Die Reichspogromnacht 1938

Als Pogromnacht wird die Nacht der nationalsozialistischen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung vom 9. auf den 10. November 1938 bezeichnet. Schon ab dem 7. November hatte es im Reichsgebiet Übergriffe gegen Juden und jüdische Einrichtungen gegeben. Über 1400 Synagogen wurden niedergebrannt oder vollständig zerstört. Etwa 30.000 Juden wurden in den Tagen nach dem 9. November in Konzentrationslager verschleppt. Der Progrome vielen etwa 400 Menschen zum Opfer.

Im Dritten Reich markieren die Pogrome den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung, die in den Holocaust mündete.

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